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Google Ads: Ab 1. September werden Kampagnen automatisch auf AI Max umgestellt

Google Ads: Ab 1. September werden Kampagnen automatisch auf AI Max umgestelltKI-generiert

    TL;DR

    • Ab 1. September 2026 hebt Google Ads Kampagnen automatisch auf AI Max an – betroffen sind alle Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets (ACA) und/oder der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung.
    • Was dabei aktiviert wird: Bei ACA-Kampagnen kommen Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig hinzu, bei Broad-Match-Kampagnen das Suchbegriff-Matching.
    • Google beschreibt es als „Upgrade" mit Einstellungen, die den bisherigen Aufbau möglichst genau abbilden – faktisch ist es eine Zwangsmigration in ein System mit mehr KI-Automatik.
    • Key-Takeaway: Die drei Wochen davor entscheiden. Wer vorher keine Baseline misst, keine Ausschlüsse setzt und keine URL-Kontrolle definiert, kann später nicht sagen, ob Veränderungen von der Migration oder vom Markt kommen.

    Google Ads hat Werbetreibende per E-Mail über einen Stichtag informiert: Ab dem 1. September 2026 werden Kampagnen, die automatisch erstellte Assets oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung nutzen, automatisch auf AI Max für Suchkampagnen umgestellt. Angekündigt war die Richtung seit Monaten – jetzt steht das Datum.

    Was genau umgestellt wird

    Google formuliert es in der Mail als Upgrade mit möglichst nahtloser Übernahme: AI Max werde mit Einstellungen aktiviert, die den bisherigen Aufbau eng abbilden. Im Detail unterscheidet sich das je nach Ausgangslage:

    Deine Kampagne nutztNach dem 1. September
    Automatisch erstellte Assets (ACA)AI Max mit Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig aktiv
    Kampagnenweite Broad-Match-EinstellungAI Max mit Suchbegriff-Matching standardmäßig aktiv

    Der Unterschied ist wichtig. Suchbegriff-Matching erweitert die Ausspielung über deine Keyword-Liste hinaus – Google entscheidet auf Basis von Landingpage und Assets, für welche Anfragen deine Anzeige laufen darf. Textanpassung bedeutet, dass Anzeigentexte automatisch an die jeweilige Anfrage angepasst werden. Wer ACA nutzt, bekommt also beide Automatiken auf einmal.

    In der Praxis heißt das: Kontrollpunkte, die bisher bei dir lagen – welche Suchanfragen zulässig sind und welcher Text ausgespielt wird – wandern ein Stück weit zum System. Wie sich AI Max steuern lässt und welche Hebel bleiben, haben wir im Ratgeber zu AI Max und AI Brief beschrieben.

    Warum das mehr ist als eine Umbenennung

    Die Formulierung „Upgrade" legt nahe, dass sich wenig ändert. Drei Gründe sprechen dagegen:

    Die Reichweite ändert sich. Suchbegriff-Matching ist keine Keyword-Option, sondern ein anderes Ausspielungsprinzip. Kampagnen, die bisher über eine kuratierte Keyword-Liste gesteuert wurden, können danach für Anfragen laufen, die nie in der Liste standen. Das kann Volumen bringen – und Streuung.

    Die Botschaft ändert sich. Bei aktiver Textanpassung entstehen Anzeigentexte, die du nicht formuliert hast. Für Marken mit engen Vorgaben zu Wording, Preisangaben oder rechtlichen Formulierungen ist das ein Prüfpunkt, kein Detail.

    Die Vergleichbarkeit ändert sich. Ab dem Stichtag misst du ein anderes System. Wer keine saubere Vorher-Messung hat, kann Effekte später nicht zuordnen: War der CPA-Anstieg die Migration, die Saison oder der Wettbewerb?

    Deine Checkliste bis zum 1. September

    Ein Vorgehen, das den Aufwand klein hält und die wichtigsten Risiken abdeckt:

    1. Betroffene Kampagnen identifizieren. Filtere im Konto nach Kampagnen mit automatisch erstellten Assets und nach solchen mit kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung. Nur diese sind betroffen.
    2. Baseline einfrieren. Exportiere für die vier Wochen vor dem Stichtag die Kernwerte je Kampagne: Impressionen, Klicks, CTR, CPC, Conversions, CPA, Umsatz. Ohne diesen Vergleichsmaßstab wird jede spätere Diskussion zur Meinungssache.
    3. Ausschlüsse schärfen. Suchbegriff-Matching macht negative Keywords wichtiger, nicht unwichtiger. Prüfe die Listen auf Konto- und Kampagnenebene, ergänze Marken- und Wettbewerbsbegriffe sowie klar unpassende Themenfelder.
    4. Markenverkehr klären. Entscheide bewusst, ob und wie Markenanfragen in den betroffenen Kampagnen laufen sollen – sonst verschiebt sich der Mix unbemerkt in Richtung Brand, was den CPA optisch schönt.
    5. URL-Kontrolle prüfen. Kläre, auf welche Zielseiten das System verweisen darf, und schließe Seiten aus, die nicht als Landingpage taugen.
    6. Textanpassung bewerten. Wenn dein Wording rechtlich oder markenseitig eng ist: prüfen, welche Kontrolle AI Max dafür bietet, und die Freigaben intern abstimmen.
    7. Beobachtungsfenster planen. Für die zwei Wochen nach dem 1. September einen festen Termin setzen, an dem Suchbegriffberichte und Kennzahlen gegen die Baseline gelegt werden.

    Der wichtigste Punkt ist der zweite. Bei automatischen Migrationen ist die häufigste Enttäuschung nicht ein schlechteres Ergebnis, sondern die Unfähigkeit, überhaupt zu beurteilen, ob es schlechter geworden ist.

    Was du im Reporting erklären solltest

    Rechne damit, dass sich Struktur-Kennzahlen verschieben, ohne dass sich an deiner Arbeit etwas geändert hat: mehr Suchbegriffe, andere CTR, veränderte Verteilung zwischen Brand und Non-Brand. Wer im September einen Report vorlegt, sollte die Migration als Ereignis vermerken – sonst wird über Effekte diskutiert, deren Ursache bereits bekannt ist.

    Sinnvoll ist außerdem, die Systemdifferenzen im Blick zu behalten: Zwischen Google Ads und GA4 entstehen bei geändertem Matching schnell neue Abweichungen. Die Ursachen dafür ordnet der Beitrag zum Abgleich von GA4- und Google-Ads-Conversions ein; warum Plattformen grundsätzlich unterschiedlich zählen, erklärt der Ratgeber zu den Zahlenabweichungen zwischen GA4, Ads und Meta.

    Einordnung

    Diese Migration steht nicht für sich. Google führt seit Monaten getrennte Automatisierungsbausteine unter dem Dach AI Max zusammen – zuvor waren bereits dynamische Suchanzeigen Teil dieser Bewegung. Aus Sicht der Werbetreibenden entsteht damit ein System, in dem Steuerung weniger über Keyword-Listen und mehr über Signale, Ausschlüsse, Zielseiten und Budgets erfolgt.

    Ehrlich zur Bewertung: Ob das für dein Konto gut oder schlecht ist, lässt sich vorab nicht seriös sagen – Erfahrungen streuen stark nach Branche, Kontogröße und Datenlage. Was sich sagen lässt: Konten mit sauberen Conversion-Daten, klaren Ausschlüssen und guten Landingpages fahren mit stärkerer Automatisierung in der Regel besser als Konten, bei denen diese Grundlagen fehlen. Die Vorbereitung entscheidet also mehr über das Ergebnis als die Migration selbst.

    Key-Takeaways

    • Ab 1. September 2026 werden Suchkampagnen mit ACA und/oder kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung automatisch auf AI Max umgestellt.
    • ACA-Kampagnen erhalten Suchbegriff-Matching plus Textanpassung, Broad-Match-Kampagnen das Suchbegriff-Matching.
    • Reichweite, Anzeigentexte und Vergleichbarkeit ändern sich – „Upgrade" ist die freundliche Beschreibung einer Zwangsmigration.
    • Wichtigste Vorbereitung: Baseline der letzten vier Wochen exportieren, Ausschlüsse schärfen, Markenverkehr und Zielseiten klären.
    • Nach dem Stichtag ein festes Beobachtungsfenster einplanen und die Migration im Reporting als Ereignis vermerken.

    Fazit

    Der 1. September ist kein Termin, an dem etwas kaputtgeht – aber einer, ab dem du ein anderes System misst. Google übernimmt die bisherigen Einstellungen so weit wie möglich, aktiviert dabei aber Automatiken, die Reichweite und Anzeigentexte beeinflussen. Die Arbeit liegt deshalb vorher: betroffene Kampagnen finden, Vergleichswerte sichern, Ausschlüsse und Zielseiten schärfen. Wer diese drei Wochen nutzt, kann im September beurteilen, was die Migration bewirkt hat. Wer sie verstreichen lässt, wird es raten müssen. Unterstützung bei der Vorbereitung findest du bei spezialisierten SEA-Fachleuten – die Checkliste oben gilt unabhängig davon, mit wem du arbeitest.

    Häufig gestellte Fragen

    Welche Kampagnen sind von der AI-Max-Migration betroffen?none

    Suchkampagnen, die automatisch erstellte Assets (ACA) nutzen und/oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung aktiviert haben. Beide Merkmale lassen sich im Konto filtern. Kampagnen ohne diese Einstellungen sind von der automatischen Umstellung zum 1. September 2026 nach aktueller Kommunikation nicht erfasst. Prüfe das Konto trotzdem vollständig, da sich Einstellungen über die Zeit unbemerkt angesammelt haben können.

    Was wird bei der Umstellung konkret aktiviert?none

    Das hängt von der Ausgangslage ab. Kampagnen mit automatisch erstellten Assets werden auf AI Max umgestellt, wobei Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig aktiv sind. Kampagnen mit kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung erhalten das Suchbegriff-Matching. Google beschreibt die Konfiguration als möglichst nahe am bisherigen Aufbau – die genannten Automatiken kommen aber neu hinzu.

    Was ist der Unterschied zwischen Suchbegriff-Matching und Broad Match?none

    Broad Match erweitert die Ausspielung ausgehend von deinen Keywords. Suchbegriff-Matching geht darüber hinaus: Das System zieht zusätzlich Landingpage und Assets heran, um passende Suchanfragen zu bestimmen – auch solche, die in keiner Keyword-Liste stehen. Die Steuerung verlagert sich damit von der Keyword-Auswahl hin zu Ausschlüssen, Zielseiten und Signalen. Negative Keywords werden dadurch wichtiger, nicht unwichtiger.

    Was sollte ich vor dem 1. September unbedingt tun?none

    Drei Dinge. Erstens: Kernwerte der letzten vier Wochen je betroffener Kampagne exportieren – ohne Baseline lässt sich später nicht beurteilen, was die Migration bewirkt hat. Zweitens: negative Keywords auf Konto- und Kampagnenebene schärfen, weil die Ausspielung breiter wird. Drittens: klären, welche Zielseiten verwendet werden dürfen und wie mit Markenanfragen umgegangen wird. Alles Weitere lässt sich nach dem Stichtag nachsteuern.

    Kann ich die Migration verhindern?none

    Nach der Ankündigung handelt es sich um eine automatische Umstellung für die betroffenen Kampagnentypen – ein genereller Opt-out ist darin nicht vorgesehen. Möglich ist, die auslösenden Einstellungen vorher selbst zu verändern, also etwa automatisch erstellte Assets oder die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung zu deaktivieren. Das ist allerdings ein Eingriff mit eigenen Folgen für Reichweite und Leistung und sollte bewusst entschieden werden. Prüfe den aktuellen Stand in der Kontokommunikation.

    Wie erkläre ich Schwankungen im September?none

    Vermerke die Migration als Ereignis im Reporting und lege die Zahlen gegen die vorher gesicherte Baseline. Rechne mit mehr unterschiedlichen Suchbegriffen, veränderter CTR und einer möglicherweise verschobenen Verteilung zwischen Marken- und Nicht-Markenanfragen. Auch neue Abweichungen zwischen Google Ads und GA4 sind plausibel, weil sich das Matching ändert. Wichtig ist, diese Effekte zu benennen, statt sie als Leistungsveränderung zu interpretieren.

    Quellen

    Hinweis: Termine und Umfang stammen aus der Anbieterkommunikation an einzelne Werbetreibende und können sich ändern oder gestaffelt ausgerollt werden. Prüfe die Mitteilungen in deinem Konto.